International Costal Cleanup One Earth One Ocean Heikendorf
28. September 2020

SAUBERE SACHE beim #WorldCleanupDay 2020!

Letzte Woche haben wir gesammelt und gezählt! Dieses Mal aber keine eingesammelten Gläser, benötigte Zutatenmengen oder gerettete Wäschen, sondern: Müll! 

Gemeinsam mit unserem Kooperationspartner PHAT haben wir uns im Rahmen der Bewegung #WorldCleanupDay an der Aufräum-Aktion von „One Earth – One Ocean e.V.“ beteiligt. Der Verein versteht sich auch als „Maritime Müllabfuhr“, dessen Ziel es ist, Meere und Flüsse von Plastik und Chemikalien zu befreien. 🚚🧹 

Während halb Hamburg also noch gemütlich in den Federn lag, haben wir uns am frühen Samstag-Morgen zusammen mit einigen „PHATties“ auf den Weg in den Norden gemacht. Und zwar nach Heikendorf an der Kieler Förde, wo wir uns zusammen mit anderen fleißigen Helfer:innen zum Müllsammeln getroffen haben.

Voller Motivation ging es los

Der Küstenabschnitt, für den wir zuständig waren, machte auf den ersten Blick einen ziemlich sauberen Eindruck. Und wir müssen zugeben: Wir waren fast ein wenig enttäuscht, weil wir doch extra gekommen waren, um fleißig beim Sammeln zu helfen! Aber das ist natürlich verrückt, weil genau das ja das eigentlich Ziel ist: Dass kein Müll mehr in der Umwelt landet und dort zu finden ist!   

Und dann, beim genauerem Hinsehen, entdeckten wir dann doch viele kleinere Plastik-Partikel, in Form von abgebrochenen Stücken oder Verpackungsmüll-Reste und -Fetzen. Es ließ sich nur noch erahnen, wozu sie ursprünglich mal gehört haben.

International Cleanup Day OEOO

Was ist das Problem mit Plastik?

  • Jedes Jahr gelangen mehr als 10 Millionen Tonnen Müll ins Meer. 
  • Etwa drei Viertel davon sind aus Plastik. 
  • Plastikmüll zerfällt nur sehr langsam, bis zu 450 Jahre kann es dauern. 
  • Es verschwindet aber nicht komplett, sondern zerfällt in immer kleinere Teile. 
  • Als Mikroplastik gelangt es in die Mägen von Fischen und so auch auf unseren Teller.
World Cleanup Day Müllsammel-Aktion

Daneben waren es vor allem Zigaretten, die wir im Sand und zwischen dem Gras aufsammelten. Denn was immer noch viel zu wenige Menschen wissen: Die Zigarettenfilter, die nach dem Rauchen übrig bleiben, bestehen aus Plastik und enthalten giftige Substanzen und Chemikalien. Deshalb gehören sie auf keinen Fall in die Umwelt, sondern in den Restmüll! 🚬   

Nach dem Sammeln wurde der Müll so gut es geht in dafür vorgesehene Eimer getrennt und anschließend durch das Team von One Earth – One Ocean e.V.  gewogen. Die „Ausbeute“: Tausende Zigarettenkippen, Plastikverpackungen, -folien und -tüten, Flaschen und Korken und sogar Schuhe, Textilien, Matten oder Sondermüll wie Batterien und Akkus.   

Ein Highlight: Die Besichtigung der SeeKuh

Nach getaner Arbeit erwartete uns noch ein kleines Highlight: Dr. Rüdiger Stöhr, Mikrobiologe bei One Earth – One Ocean e.V., zeigte uns die SeeKuh, die in Kiel vor Anker lag. Er erklärte uns, das mit dem Schiff schon Müll in Hongkong und regelmäßig in Ostsee und Nordsee aufgesammelt wird. Das passiert mit Netzen, die bis in eine Tiefe von 2 Metern Plastikmüll aufsammeln.  

Neben Müll, der auf der Oberfläche schwimmt, stößt das Team auch immer wieder auf Geisternetze. Das sind Netze, die z. B. beim Fischen abgerissen sind und nun einfach im Meer treiben. Das ist nicht nur gefährlich für Meeresbewohner, die sich leicht darin verfangen, sondern auch für die Schifffahrt. 

An Bord befindet sich außerdem ein Labor – eine kleine Kabine, in der Rüdiger Wasserproben direkt auf Kunststoffe und Mikroplastik untersuchen kann. Einen kleinen Einblick in die Laborarbeit und die Bestimmung von Plastikarten haben wir dann außerdem noch bekommen. Das war ziemlich cool! 

OEOO SeeKuh

Was für ein spannender Tag

Nach so vielen Eindrücken waren wir ziemlich hungrig und müde. Und so ging es nach einer Portion Pommes dann auch schon wieder zurück nach Hamburg … 

Danke PHAT und One Earth – One Ocean e.V. und insbesondere Rüdiger für diesen interessanten Tag! Jetzt sind wir gespannt auf die Ergebnisse: Der Verein analysiert in einem nächsten Schritt die genauen Mengen und Müllarten und wird diese schon bald auf www.oneearth-oneocean.de veröffentlichen. 

Auch, wenn wir anfangs „enttäuscht“ waren: Wir hoffen natürlich, dass es viel weniger, als in den letzten Jahren ist! 🐳💙 

Übrigens: Dieses Jahr war es bereits der 35. International Coastal Cleanup Day und wir haben zusammen mit anderen Teams insgesamt 28 km Küstenlinie vom Müll befreit. 

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